Erinnerungszeichen in der Stadt

Öffentlich sichtbare Erinnerungszeichen gehören zum kulturellen Gedächtnis einer Stadt. Sie integrieren folgenreiche Ereignisse der Vergangenheit in das historische Bewußtsein der Gegenwart.

Auch die negativen Erinnerungen sind Teil einer lebendigen Stadtgeschichte.

Aus diesem Grund unterstützt die Bürgerstiftung den von der „Initiative Heidelberger Stolpersteine“ und dem städtischen Kulturausschuss befürworteten Plan, an geeigneter Stelle vor den Häusern der von den Nationalsozialisten vertriebenen und ermordeten Bürgerinnen und Bürger mit Namen und Daten beschriftete Gedenksteine in den Boden einzulassen. Die erste Verlegung solcher Gedenksteine in der Altstadt, an der sich die Stiftung beteiligte, fand am 12. Oktober 2010 statt. Weitere Aktionen werden folgen, wozu auch ein von der Stiftung angeregtes Geschichtsprojekt an der Gregor-Mendel-Realschule gehört.

Ein anderes Ereignis mit weitreichenden Folgen für das literarische und wissenschaftliche Leben in Deutschland war die von den Nazis mit wüsten Hetzkampagnen und Drohungen einhergehende Verfolgung freiheitlich denkender Autorinnen und Autoren. Finsteres Fanal der Hetze waren die vom Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund bereits im Mai 1933 organisierten und ausgeführten Bücherverbrennungen. In Heidelberg geschah das am 17. Mai 33 auf dem Universitätsplatz. : Die Bürgerstiftung hat im Einvernehmen mit der Universität und der Stadt erreicht, dass auf eben diesem Platz am 17. Mai 2011 eine an diese Schandtat erinnernde Gedenktafel angebracht werden konnte (siehe Pressebericht vom 18.5.2011).

right Auf dem Uniplatz wurde am 17. Mai 2011 die Gedenkplatte für die Bücherverbrennung, die hier vor 78 Jahren stattfand, enthüllt. Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Heidelberg, Dietrich Harth, der Bildhauer Günter Braun und BM Erichson präsentierten die Steinplatte mit einem Lessingzitat auch vor vielen jüdischen Gästen.
Foto©: Stefan Kresin